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Juni-August 2009: Auslandsaufenthalt in Nepal

Bei der Diplomarbeit “Hydrological assessment and lake connectivity of the Gokyo wetlands, Nepal”   hat Olivier Faber eine hydrologische Charakterisierung des Einzugsgebietes der Gokyo Seen vorgenommen. Die Gokyo Seen befinden sich im östlichen Himalaya im Sagarmatha Nationalpark, Nepal. Mit Höhenlagen von 4200-5200 m zählen die sechs Seen zu den höchstgelegenen der Welt und bilden somit ein einmaliges Hochgebirgsbiotop. Die Bedeutung dieses einmaligen Hochbiotops wurde durch die Eintragung in die Ramsar Liste der international wichtigen Feuchtgebiete in 2007 bestätigt. Veränderte meteorologische Bedingungen haben zu einem starken Abschmelzen des Gletschers sowie zu einem Rückgang des Permafrosts in den Randmoränen geführt. Es galt nun die derzeitige hydrologische Lage in diesem Gebiet zur beschreiben um mögliche zukünftige Veränderungen bezüglich GLOF (Glacier Lake Outburst Flood) und Artenvielfalt abschätzen zu können.

Durch die Unterstützung des Fördervereins war es Olivier Faber möglich sich in das hydrologisch noch weitgehend unerkundete Gebiet in Nepal zu begeben um Leitfähigkeit und Temperatur der Gewässer zu messen, Proben für Isotopenanalysen zu sammeln, Abflussmessungen durchzuführen sowie einen Langzeit-Tracerversuch mit Uranin zu starten. Zudem hat die intensive Begehung des Gebietes zu einem besseren Verständnis der Morphologie und der Randbedingungen geführt, als dies durch reine Luftbild Auswertungen möglich gewesen wäre. Tatkräftig unterstützt wurde er hierbei von den Professoren und Mitarbeitern des Aquatic Ecology Center (AEC) der Kathmandu Universität und von Juerg Merz von Integration, Energy & Environment. Intensive Gespräche während des tagelangen Anmarsches und am früh einfallenden Abend auf den Hütten, habe ich mein Verständnis des Gebietes ausbauen können und zudem viel über das Leben und Arbeiten in Nepal gelernt.

Die Auswertungen der gesammelten Daten und Erkenntnisse haben es erlaubt die Hauptverbindungen zwischen den einzelnen Seen und dem Gletscher zu beschreiben. Diese können in einem nächsten Schritt mit Permafrost-Untersuchungen gekoppelt werden um Vorhersagemodelle für GLOF zu erstellen und den Flussanwohnern damit mehr Sicherheit zu bieten.

von links: Olivier Faber, See Nummer 6, Ngozumpa Gletscher

von links: Olivier Faber, See Nummer 6, Ngozumpa Gletscher