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Preisträger 2014: M.Sc. Barbara Sailer ihre Masterarbeit in Hydrologie

Climate change scenarios in international river basins: Is the uneven distribution of water resources increasing?     Veränderungen in der Wasserverfügbarkeit stellen eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert dar, global gesehen aber auch in den 279 internationalen Flussgebieten. In Zukunft wird es durch den Klimawandel zu Veränderungen im hydrologischen Kreislauf kommen, die großen Einfluss auf die Wasserressourcen haben werden. Studien zum Klimawandel wurden oft global oder anhand von Fallstudien für ausgewählte Flussgebiete durchgeführt. Die Resultate basierten meinst auf den Simulationen eines hydrologischen Modelles. In der vorliegenden Studie werden die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen der hydroklimatischen Bedingungen innerhalb eines internationalen Flussgebietes mit Hilfe eines Modellensembles aus sechs hydrologischen Modellen und drei Klimamodellen berechnet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den hydroklimatischen Veränderungen der einzelnen Anrainerstaaten in einem Flussgebiet und den Unterschieden zwischen ihnen. Diese Unterschiede können zu Spannungen und Konflikten zwischen den Nachbarländern führen. Verschiedene Indizes, durch die Aussagen über die Wasserverfügbarkeit und deren Variabilität getroffen werden können, werden für drei Zukunftszeiträume berechnet. Anhand dieser werden die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen der Wasserverfügbarkeit in den einzelnen Anrainerstaaten der internationalen Flussgebiete quantifiziert. Die prognostizierten Veränderungen sind über die drei 30-jährigen Zeitperioden zwischen 2010 und 2100 nicht in allen Anrainerstaaten der internationalen Flussgebiete kontinuierlich. Sie zeigen aber einen generellen Trend, der in den grenzüberschreitenden Flussgebieten der nördlichen Breiten und in Afrika südlich der Sahara mit Ausnahme der Gebiete südlich des Kongos sowie für die meisten internationalen Flüsse in Südamerika, Zentral- und Südostasien eine Zunahme des Wasserdargebots vorhersagt. Zum anderen werden die internationalen Flussgebiete in Süd- und Südosteuropa, in den nördlichen und südlichen Teilen Afrikas und die meisten Flussgebiete im Nahen Osten eine Abnahme in der Wasserverfügbarkeit erfahren. In den meisten internationalen Flussgebieten ist die Veränderung der Wasserressourcen innerhalb der einzelnen Länder vergleichbar. In einigen Einzugsgebieten unterscheiden sich die vorhergesagten Änderungen für die einzelnen Länder jedoch deutlich. Beispiele sind der Nil, die internationale Flussgebiete im Süden Afrikas, das Tigris-Euphrat Einzugsgebiet und der Orinoco. Der Vergleich der einzelnen Anrainerstaaten eines internationalen Flussgebietes in Bezug auf Wasserverfügbarkeit und Variabilität zeigt, dass die Gebiete mit den größten Ungleichheiten meist in Übergangebereichen verschiedener Klimazonen liegen. Auffallend viele liegen in der Sahelzone. Die Unterschiede hinsichtlich der Wasserverfügbarkeit zwischen den Ländern eines Einzugsgebietes werden in der Zukunft durch Klimaveränderung in den meisten internationalen Flussgebieten steigen. Ausnahmen bilden die grenzüberschreitenden Gebiete in Europa, Nordafrika, einige in Zentralasien und dem Nahen Osten sowie im Süden Afrikas. Die Resultate der Studie basieren auf Simulationen, in denen der menschliche Einfluss auf die Wasserressourcen, wie zum Beispiel die vorhergesagte Zunahme der Wasserentnahme oder demographische Entwicklungen, vernachlässigt wurden. Diese Faktoren werden jedoch ebenfalls die Wasserverfügbarkeit in internationalen Flussgebieten beeinflussen. Diese sollten in weiteren Studien analysiert werden um weitreichende Kenntnisse zu erlangen, die für ein an den Klimawandel angepasstes Wassermanagement innerhalb eines internationalen Flussgebietes genutzt werden können.